Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Groß-Karben

Über 110 Jahre Freiwillige Feuerwehr Groß-Karben kommt nicht von ungefähr. Über 110 Jahre Dienst an der Allgemeinheit bedeuten auch uneigennütziges Handeln und Wirken: helfend und eingreifend bereit zu sein, dem Nachbar zur Seite zu stehen.

Über ein Jahrhundert Feuerwehrdienst sind Bestätigung dafür, das Richtige getan zu haben. Fortbildungs- und Weiterbildungsmaßnahmen, ungezählte Übungen, Vorstandssitzungen, heiße Diskussionen - auch unerfüllte Wünsche - begleiten manchen Feuerwehrmann dieser Gemeinde. Natürlich kam auch die Geselligkeit und Fröhlichkeit innerhalb der „Feuerwehrfamilie" nie zu kurz.

Bei der Frage: „Was bewegte vor über 110 Jahren die Groß-Kärber Bürger eine Feuerwehr zu gründen", steht die Tatsache, dass vorausgegangene größere Brände die Gründung wesentlich förderten.

In den Gründungsunterlagen wird von Bränden in der Dögelmühle und an 6 Scheunen im Ortsbereich berichtet. Letztere führten zu einer Brandkatastrophe, an die man sich nicht gerne erinnert. Immerhin dauerte es doch noch fünf Jahre bis im Jahre 1893 – nämlich am 12. und 19. August 1893 im Rathaus zu Groß-Karben mit dem damaligen Besitzer der Dögelmühle – Karl Brückmann – die Wehr mit 68 (!) Mitgliedern ihren Dienst aufnahm

Es war sicherlich damals eine ganz andere Atmosphäre, in den Dienst der Freiwilligen Feuerwehr Groß-Karben aufgenommen zu werden. Es darf auch nicht unerwähnt bleiben, dass zahlreiche Feuerwehrmänner dem damaligen Turnverein angehörten und somit schon eine "Doppelmitgliedschaft" innehatten.

Als 1. Kommandant stand Karl Brückemann jr. der Wehr vor. In den ersten Jahren wurde die Wehr ständig ausgebaut, neue Kräfte aktiviert, ja sogar eine Blaskapelle gegründet. Lassen Sie uns nachstehend die Entwicklung der Freiwilligen Feuerwehr chronologisch betrachten. Jahre, die nicht erwähnt werden, bedeuten nicht, dass sich die Wehr ausruhte und auf die Dinge wartete, die einer Feuerwehr zu eigen sind!.


1888 Brand in der Dögelmühle
6 Scheunenbrände in der Wilhelmstraße
1 Wohnhausbrand
1893 Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Groß-Karben
1901 Brand bei Vorbach in Okarben
1903 Brand in Burg-Gräfenrode
1904 Brand in Klein-Karben
1905 Kauf einer kleinen Saug- und Druckspritze
1906 Kauf einer größeren Saug- und Druckspritze
Brand bei Kloppenheim
1907 Brand bei Georg Beck
1910 Brand bei Firma Fortschritt
1913 Brand im Taunusbrunnen
1914-1918 1. Weltkrieg und Verlust vieler Feuerwehrkameraden
1920 Errichtung eines Gedenksteins für die gefallenen Mitglieder
1928 Großes Feuerwehrfest anl. des 35jährigen Bestehens
Großfeuer in der Matratzenfabrik Groß-Karben; Bad Vilbeler Wehr
leistete uns Löschhilfe
1935 Kauf eines gebrauchten Zug- und Mannschaftsfahrzeug bis 1945
im Einsatz
Scheunenbrand bei Landwirt Wendel
1938 Letzter Protokolleintrag auf Seite 74
1939-1945 2. Weltkrieg, wiederum große Verluste an Mitgliedern
1945 Die Führung der Wehr wird einer Verwaltungskommission
unterstellt; Kommandant war Alex Auth
1946 Erster Protokolleintrag auf Seite 75
Als Kommandant wurde Otto Zinn gewählt
Aufstellung einer Hilfsfeuerwehr
1953 60. Gründungsfest, Mitgliederstand: 54 Aktive und 40
Passive
1957 Brand in der Dögelmühle am Karfreitag
1958 Indienststellung einer neuen Motorspritze mit Anhänger (TSA)
Brand im Burghof; Wasserförderung über starre Leitung aus der Nidda
1961 Übernahme eines Tanklöschfahrzeuges aus den Beständen des
Zivilen Bevölkerungsschutz (ZB)
1963 70. Gründungsfest mit Werbewoche (60 neu Mitglieder!!)
1965 Ein langer Wunsch geht in Erfüllung; Neues Löschfahrzeug
im Einsatz (TSF)
1966 Brand eines Kunststofflagers
1968 75jähriges Fest
Bauplan zum Gerätehaus Westliche Ringstraße wird überreicht
Baubeginn: Juni 1968
Rohbau Fertigstellung: Oktober 1968
Beginn der Feuerwehr-Grundlehrgänge auf Kreisebene in der Grundschule
Groß-Karben
1972 Fertigstellung des Gerätehauses; 5800 Stunden Eigenleistung
Ausflug nach Landl/Österreich
Kameradschaftsabend und Weihnachtsfeier im neuen Gerätehaus
 
1973 Einführung der "stillen Alarmierung" und Notruf
112
80jähriges Bestehen mit Übung, Tanz und Tombola
1974 Herrichtung eines VW-Bus in 100 Arbeitsstunden und Bau eines
Schlauchhaspel
Einrichtung der Küche
Kameraden aus St. Egreve (Frankreich) zu Gast
1975 Heringsessen
Ausflug nach Würzburg und St. Goarshausen
(Rhein in Flammen)
1976 Im Zeichen der Jugend
15 Jahre Jugendfeuerwehr Groß-Karben
Vereinsausflug nach Hamburg und Helgoland
Verlegung des Löschfahrzeuges LF 8 TS von Kloppenheim nach
Groß-Karben
Ausstattung der Wehr mit Funkgeräten des Typs FuG 8b und FuG 10

Anstieg von Einsätzen
1977 Rege Einsatztätigkeit unserer Wehr
4-Tages-Ausflug zum Bodensee
1978 85jähriges Jubiläum
Ehrung von Konrad Zinßer für 65jährige Mitgliedschaft
1979 Mehrere Großbrände und Unwetterschäden; 150
Wassereinbrüche wurden mit 3500 Einsatzstunden behoben
Vereinsausflug nach Bremen und Bremerhaven
Tagesausflug zum Deutschen Feuerwehrmuseum Fulda
Der 1974 in Eigenhilfe gebaute VW-Bus wurde durch einen Ford-Bus
ersetzt
1980 Neugestaltung des Unterrichtsraumes im Gerätehaus Westliche
Ringstraße
Einsatzabteilung neu strukturiert; jetzt mit Junioren- und
Seniorenabteilung zwecks effizienter Ausnutzung des Fuhrparks.
4-Tages-Ausflug mit der Deutschen Bundesbahn in das Bühlertal
1981 Jugendfeuerwehr seit 20 Jahren aktiv; Festkommers-Übung und
Hubschrauber-Rundflüge über dem Stadtgebiet Karben
Vereinsausflug erstmals mit 2 Bussen nach Schladming
11. - 13.8. Hochwassereinsätze im Stadtgebiet mit 2600 Einsatzstunden
Neue Feuerwehrfahne wird in Auftrag gegeben
4-Tages-Ausflug nach Travemünde mit Holstein-Rundfahrt
Größerer Brand in der Heldenberger Straße
1983 90jähriges Vereinsjubiläum
15.6. Festkommers mit Fahnenübergabe in der Turnhalle Am Park
16.6. Schauübung und Filmvorführung
17.6. Ausstellung "Feuerwehr gestern und heute"
Einsatzübung aller Stadtteilwehren "Am Schloß"
Feuerwehrball und Tombola
19.6. Fahrzeug- und Geräteschau
Jugendfeuerwehr-Übung
Frühschoppen mit Erbsensuppe, Wurst und Speck
1984 Die Jahreshauptversammlung gedenkt ihres verstorbenen
Kameraden Adolf Petri
Ausrichtung eines Grillfestes
Die Innenrenovierung des Gerätehauses wird erörtert
Kauf eines Overhead-Projektors für Schulungsmaßnahmen
Ehrung unseres ältesten Feuerwehrkameraden Konrad Zinßer
Willi Vultee wird zum Ehrenmitglied ernannt und erhält die goldene
Vereinsnadel
Am 13.10.1984 trauert die Freiwillige Feuerwehr Groß-Karben um ihren
langjährigen Vorsitzenden und Wehrführer Willi Vultee
Am 16.10.1984 fand unter großer Anteilnahme der Einwohner und aller
Stadtteilwehren die Beerdigung statt
1985 Rolf Vultee wurde zum Wehrführer gewählt und tritt die
Nachfolge seines Vaters an
1990 Explosion im Spänebunker bei König&Neurath; 1 Toter
und mehrere Schwerverletzte
1993 100 Jahre Feuerwehr Groß-Karben
1994 neues LF 16/12 im Einsatz
1996 neuer GW-G im Einsatz
1997 Neues Gerätehaus "Am Breul"; Feuerwehr
Groß-Karben und Klein-Karben im selben Gerätehaus
1999 Schlammlawine in Burg-Gräfenrode
2002 Großbrand Marienhof
2003 GW-N in Dienst gestellt
2004 Zahl der Verkehrsunfälle gestiegen
Großbrand in Rendel
2006 Schnapszahl-Feuerteufel wütet in Rendel (Brand am 1.1, 2.2 und am 3.3)
Misthaufen brennt über 8 Wochen
2008 2 Schlammlawinen innerhalb einer Woche im Klein-Kärber Tannenweg
2009 Tornado fegt über Okarben, Häuser werden abgedeckt und Bäume stürzen um



Bei Durchsicht der Protokollbücher zeigt sich immer eine solide Kontinuität der besetzen Vorstandsämter. Auch bei den aktiven Feuerwehrkameraden sind jahrzehntelange Diensttreue keine Seltenheit. Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass Pflichtgefühl und der "Dienst am Nächsten und für den Nächsten" sehr groß geschrieben wird. Größere Vereinsausflüge - meistens mehrtägig- finden auch immer das Interesse zahlreichen fördernder Mitglieder. Zeitweilig waren 2 große Busse im Einsatz. Diese Ausflüge sind Bestandteil integrierender Vereinsarbeit. Auch die Ausrichtung der "Tage der offenen Tür" mit allem Drum und Dran zeigen immer wieder , dass das Publikumsinteresse sehr groß ist. Hervorzuheben sind auch die Dauerausstellungen mit lehrendem Charakter..

 

Einen besonderen Stellenwert genießt die Ausbildung und Betreuung der Jugendfeuerwehr. Die langjährige Jugendarbeit unseres verstorbenen Kameraden Walter Zins sei an dieser Stelle besonders gewürdigt. Selbstverständlich bleiben auch die Mitglieder der Einsatzabteilung auf dem neusten Wissenstand.